Wenn es in der Pipeline klappert ....

NEXUS & TeensyBat: Wenn die Hardware rennt, aber die Software stolpert



Ein Statusbericht zur Fledermausforschung 2026

In den letzten Wochen habe ich viel Zeit im Feld und am Schreibtisch sprich vorm Computer verbracht. Die gute Nachricht zuerst: Die Hardware-Basis meines Projekts steht wie eine Eins! Sowohl der NEXUS (mein Umwelt-Datenlogger auf Basis des Seeed XIAO ESP32S3) als auch der TeensyBat (für die Ultraschall-Aufnahmen) liefern absolut saubere, zuverlässige Daten. Die Validierungsphase ist in vollem Gange, und die 10.000 mAh Powerbank hält, was sie verspricht.

Doch wer viel misst, produziert viele Daten. Und genau hier liegt aktuell die größte Herausforderung: Die Software-Hygiene.

Das Fundament steht: Hardware "Rock-Solid"

Der NEXUS sammelt unermüdlich Umweltdaten über den BME680, zeichnet GPS-Koordinaten auf und überwacht die Sparkfun-Wetterstation. Parallel dazu fängt der TeensyBat die Rufe unserer nächtlichen Jäger in einer Qualität ein, die mich immer wieder begeistert. Die Hardware ist im Grunde einsatzbereit – sie tut genau das, was sie soll.




Die "Baustelle" hinter den Kulissen: Python & Datenchaos

Aber wie das oft so ist, wenn ein Projekt organisch wächst: Die Scripte zur Auswertung kommen kaum hinterher. Während die Hardware präzise arbeitet, herrscht in meinen Python-Scripten aktuell ein gewisser „Variablen-Salat“. Ich musste schmerzhaft feststellen, dass ich in der frühen Phase nicht konsequent genug bei der Benennung war:

  • In einem Script heißt die Datei filename, im nächsten original_filename.
  • Frequenzen wurden in drei verschiedenen Schreibweisen gefunden.
  • Die Zuordnung von Umweltwerten des NEXUS zu den Akustik-Daten des TeensyBat ist im Code unnötig kompliziert.

Die Herausforderung: Spektrogramme und Analysen

Besonders bei der Erzeugung von Spektrogrammen – also der visuellen Darstellung der Fledermausrufe – hakt es noch. Die Scripte müssen die massiven Datenmengen des TeensyBat (384 kHz Sampling-Rate!) effizient verarbeiten, filtern und sauber darstellen, damit Programme wie BatDetect2 später zuverlässig arbeiten können. Wenn hier die Variablennamen nicht exakt stimmen, bricht die Kette ab.




Wie geht es weiter? "Software-Frühjahrsputz"

Anstatt die Hardware weiter aufzubohren (die geplanten Erweiterungen wie der „NEXUS-Cave“ oder die LoRa-Vernetzung bleiben erst einmal in der Schublade), werde ich mich in den nächsten Wochen voll auf die Software-Architektur konzentrieren.

Der Plan für die nächste Zeit:

  • Zentrale Konfiguration: Alle festen Werte ziehen in eine config.py um.
  • Mapping-Layer: Die Scripte lernen, die festen Vorgaben der Hardware (die CSV-Struktur des NEXUS und die WAV-Header des TeensyBat) sauber in ein einheitliches Format zu übersetzen.
  • Robustes Backup: Ein neues Validierungs-Script wird sicherstellen, dass beim Sichern der Daten kein Bit verloren geht.

Die Forschung an den Rufen und dem Verhalten der Fledermäuse ist zu wichtig, um sie auf einem wackeligen Software-Fundament aufzubauen. Sobald die Scripte so stabil laufen wie die Hardware, wird es hier im Blog auch die ersten detaillierten Auswertungen der diesjährigen Saison geben.

Bleibt dran – der Weg von der Hardware zum fertigen Graphen ist manchmal steinig, aber extrem spannend!

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