=== ÜBER MICH & DAS NEXUS-PROJEKT ===
Moin! Ich bin Jochen, 57 Jahre alt, Maschinenschlosser aus Paderborn – und seit einiger Zeit völlig fasziniert von Fledermäusen.
🔧 VOM BEARBEITUNGSZENTRUM ZUR BIOAKUSTIK
Beruflich stellte ich hallengroße CNC-Maschinen auf, richtete sie auf Hundertstel Millimeter aus und habe sie in Betrieb genommen. Aber auch aktuell sind Präzision und Systematik mein Handwerk. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Warum nicht diese Engineering-Denkweise auf die Natur anwenden?
So entstand NEXUS – ein System, das die Fledermausforschung mit der Präzision eines Messmaschinenbauers angeht.
🦇 DAS PROBLEM, DAS ICH LÖSEN WILL
Wenn man Fledermausrufe aufnimmt, hört man oft: "Schau mal, eine Zwergfledermaus!" Aber niemand fragt: Wie laut war der Ruf wirklich? Denn die Luft selbst "schluckt" den Ultraschall – und zwar abhängig von Temperatur, Luftfeuchte und Druck.
An einem schwülen Sommerabend bei 28°C verliert ein 110-kHz-Ruf bis zu 2,3 dB pro Meter. An einem kühlen Herbstmorgen bei 8°C sind es vielleicht nur 0,8 dB/m. Das ist der Unterschied zwischen "Tier ist 5 Meter weg" und "Tier ist 15 Meter weg"!
Diesen Effekt – den Dämpfungskoeffizienten α – kann man berechnen. Aber dafür braucht man exakte Wetterdaten. Genau dort, wo die Fledermaus fliegt. Genau in dem Moment, in dem sie ruft.
Das ist, was der NEXUS macht.
⚙️ WIE DER NEXUS FUNKTIONIERT
Stell dir vor, du nimmst dein Smartphone mit in den Garten und siehst live:
- Temperatur: 14,2°C
- Luftfeuchte: 68%
- Luftdruck: 1013 hPa
- Dämpfung bei 40 kHz: 0,4 dB/m
- Dämpfung bei 110 kHz: 1,8 dB/m
Genau das zeigt der NEXUS auf seinem Bildschirm. Das System spannt ein eigenes WLAN auf (NEXUS_Base), und ich kann mit dem Handy alle Werte abrufen – direkt vor Ort, ohne Kabel, ohne SD-Karte rausziehen.
Die Hardware ist robust, wetterfest und läuft tagelang autark mit einer Powerbank.
🎯 WARUM ICH DAS MACHE
Das ist kein bezahltes Projekt. Keine Uni bezahlt mich. Ich mache das, weil ich wissen will, wie präzise Citizen Science sein kann. Weil ich glaube, dass man mit Engineering-Denken auch in der Biologie neue Wege gehen kann.
Und weil Fledermäuse verdammt faszinierend sind.
📅 DER PLAN FÜR 2026
Von Oktober bis Dezember 2025 habe ich den NEXUS gebaut und debugged. Jetzt läuft er fehlerfrei.
Sobald die Fledermäuse im Frühjahr 2026 aus dem Winterschlaf erwachen, beginnt die Validierungsphase. Ich werde das System an verschiedenen Standorten rund um Paderborn testen und die Daten mit den Aufnahmen meines TeensyBat-Detektors kombinieren.
Am Ende der Saison werden alle Rohdaten öffentlich zugänglich gemacht – mit DOI, zitierfähig, für jeden nachvollziehbar.
🔧 HARDWARE IM DETAIL
- Hirn: Seeed XIAO ESP32S3 (weil kompakt, stromsparend, WLAN-fähig)
- Umweltsensor: Bosch BME680 (präzise, bewährt, I²C)
- GPS: AIR530 (für Zeitstempel und Standort)
- Wetterstation: Sparkfun SEN-15901 (Wind, Regen)
- Stromversorgung: 10.000 mAh Powerbank
- Geplant: LoRaWAN-Modul für Fernübertragung
Der TeensyBat (mein Ultraschall-Decoder) sitzt auf einer massiven Bodenplatte. Das ist kein Spielzeug – das ist ein Werkzeug.
🌍 WO ICH AKTIV BIN
- Blog: paderbats.blogspot.com (hier!)
- Beobachtungen: https://observation.org/users/821691/
- Daten: Bald auf zenodo.org
📧 KONTAKT
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Dieses Projekt ist privat, unabhängig und komplett aus Eigeninitiative. Keine Förderung, keine Auftraggeber – nur Neugier und Präzision

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