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Samstag, 25. Oktober 2025

Welche Fledermausarten sind in BatDetect2 wie hinterlegt ?

In der Software BatDetect2 sind standardmäßig 14 Fledermausarten hinterlegt, die in Mitteleuropa vorkommen. Dazu gehören:

  1. Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
  2. Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
  3. Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)
  4. Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
  5. Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
  6. Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
  7. Teichfledermaus (Myotis dasycneme)
  8. Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
  9. Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)
  10. Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
  11. Braunes Langohr (Plecotus auritus)
  12. Graues Langohr (Plecotus austriacus)
  13. Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)
  14. Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

Diese Arten sind in der Software für die hinterlegt. In Deutschland kommen insgesamt etwa 25–27 Fledermausarten vor, aber BatDetect2 konzentriert sich auf die .

Ich werde nun in einem Versuch diese 14 Arten von der Software detektieren und dann die Auswertung hier posten.

Die Aufgabenstellung:

Um alle möglichen Rufarten zu erfassen, lasse ich BatDetect2 mit verschiedenen Threshold-Wert durchlaufen.
Zuerst den Wert DT=0.7 - meiner Meinung nach arbeitet BatDetect2 mit dieser Einstellung sehr effizient. Diese Einstellung ist eigentlich für "echolocation calls" (Orientierungsrufe) - diese sind sehr laut, regelmäßig und weisen klare, charakteristische Frequenz- und Zeitmuster auf. Darin erreicht BatDetect2 das höchste Konfidenzniveau (Trefferwahrscheinlichkeit).

Danach lasse ich BatDetect2 mit einem DT=0.5 durchlaufen. Dieser Wert deckt "feeding buzzes" (Jagdflug) und "approach phases" (Annäherungsflug zur Beute) ab. "Feeding buzzes" bestehen aus sehr kurzen Pulsen mit hoher Wiederholungsrate und sind aufgrund der hohen Wiederholungsrate leiser (reduziertes Signal-Rausch-Verhalten). BatDetect2 sollte sie einwandfrei erkennen, aber die Konfidenz liegt hier niedriger als bei Orientierungsrufen.

Zum Schluß lasse ich BatDetect2 mit einem DT=0.3 durchlaufen. Dieser Wert ist eigentlich für "social calls" (Sozialrufe) - sie sind wesentlich schwächer als "echolocation calls" oder "feeding buzzes". Diese "social calls" dienen der Kommunikation in Kolonien und der Paarungssuche, liegen in niedrigen Frequenzen (meist zwischen 15 bis 30 kHz) und haben eine geringere Amplitude (sind leiser). Auch hier ist BatDetect2 darauf trainiert, aber die niedrigen Frequenzen und geringere Amplitude machen die Software anfälliger auf Störungen. 


Ergebnisse:

Vorab - mit dem doch deutlichen Ergebnis habe ich nicht gerechnet 😲 

Aufnahmen diverse Geräte, Analyse & Auswertung BatDetect2 ....

Threshold auf 0.7




Threshold auf 0.5




Threshold auf 0.3




Es wurden für die Analysen die gleichen wave-Files (Rufe) genommen. Andere Werte, außer dem Threshold, wurden nicht verändert.

Threshold-Wert von links nach recht: 0.3 - 0.5 - 0.7

Threshold-Wert von links nach recht: 0.3 - 0.5 - 0.7

Threshold-Wert von links nach recht: 0.3 - 0.5 - 0.7

Gesamtfazit:

Um eine gute und gründliche Auswertung zu machen, MUSS die Vor-Ort-Situation UND das Habitat definitiv berücksichtigt werden.
Threshold-Wert auf 0.7 - offenen Bereiche, "echolocation calls"
Threshold-Wert auf 0.5 - Jagdgebiete, "feeding buzzes"
Threshold-Wert auf 0.3 - Wochenstuben, "social calls"

BatDetect2 erkennt bei dem Threshold-Wert 0.7 sehr gut laute und klare Orientierungsrufe, vernachlässigt Störgeräusche und leise Rufe.

BatDetect2 erkennt bei dem Threshold-Wert 0.5 die sogenannten "feeding buzzes", das heißt, die Software achtet verstärkt auf Rufe mit geringerer Amplitude als "echolocation calls".

BatDetect2 erkennt bei dem Threshold-Wert 0.3 niedrigere Ruffrequenzen wie bei "social calls" vorkommen, es werden Störgeräusche auch nach möglichen Rufen durchsucht. Hohe Amplituden von "echolocation calls" können u.U. als Störgeräusche erkannt werden.

Die Software BatDetect2 einfach so und schnell einsetzen, kann ein völlig falsches Ergebnis erzeugen. Kenntnisse über das Habitat sind unbedingt einzubringen und absolut von Nöten.

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