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Sonntag, 25. Januar 2026

Der NEXUS lernt das Funken: Live-Daten direkt auf das Smartphone 🦇📡

 



Datum: 25. Januar 2026

Projektstatus: Validierungsphase NEXUS v4.3.0

Autor: Jochen Roth

Ein technisches Projekt durchläuft viele Phasen, aber der Moment, in dem aus einem "stummen" Datenlogger ein kommunizierendes Messgerät wird, ist ein echter Meilenstein. Während die Fledermäuse in ihren Winterquartieren noch auf wärmere Nächte warten, hat der NEXUS in der Werkstatt und im Garten-Test seine wichtigste neue Fähigkeit bewiesen: Das lokale Daten-Streaming.

Das Smartphone als Cockpit im Feld

Bisher hieß "Datencheck" beim NEXUS: SD-Karte entnehmen, ab an den Rechner, CSV-Datei auswerten. Mit dem Upgrade auf den Seeed XIAO ESP32S3 gehört das der Vergangenheit an. Der NEXUS spannt nun sein eigenes WLAN-Netzwerk auf – die NEXUS_Base.

Ein Griff zum Handy genügt, und unter der lokalen IP 192.168.4.1 öffnet sich das Dashboard. Wie man auf den aktuellen Screenshots sieht, haben wir jetzt volle Transparenz:

  • Live-Klima: Temperatur, Feuchte und Luftdruck in Echtzeit.

  • GPS-Status: Sofortige Kontrolle über Satellitenfix und Koordinaten.

  • Der Clou – Die Dämpfung: Die Berechnung der Schallabsorption (ISO 9613-1) wird live und standortspezifisch durchgeführt.

Präzision bis in die letzte Einheit

Wissenschaft lebt von Genauigkeit. Während der Tests im Garten fiel auf, dass die Beschriftung der Dämpfungswerte noch auf dB/km geeicht war. Für die Reichweiten-Analyse von Fledermausrufen bei 40 oder 110 kHz ist das jedoch unpraktisch. Ein schneller Software-Fix später liefert der NEXUS nun die praxistaugliche Einheit dB/m.

Ein Wert von 2,3 dB/m bei 110 kHz zeigt uns sofort: Die Luft "schluckt" den Ultraschall heute Nacht massiv – eine extrem wertvolle Information für die spätere Dekodierung der Rufe.

Hardware-Tuning: Abwärme als Feature

Ein spannendes Detail für die Technik-Nerds: Der Prozessor läuft bewusst auf vollen 240 MHz. Das sorgt zwar für ein warmes Gehäuse, dient aber als notwendige "Keep-Alive"-Last für meine 10.000 mAh Powerbank, damit diese nicht in den Schlafmodus fällt. Da der BME680-Sensor thermisch entkoppelt an einem 12 cm Kabel sitzt, bleibt die Messung von dieser Prozessor-Hitze völlig unbeeinflusst.

Was kommt nach der Validierung?

Der aktuelle Garten-Test zeigt: Das System steht. Sobald die Validierung im Frühjahr 2026 abgeschlossen ist, plane ich bereits die nächste Stufe: NEXUS-LoRaWAN. Dann fliegen die Daten nicht nur ein paar Meter zum Handy, sondern über Kilometer hinweg direkt in die Cloud.

Der NEXUS ist bereit. Die Fledermäuse können kommen!

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