Vergleich NEXUS vs. DWD Bad Lippspringe
NEXUS vs. DWD: Warum der Padersee kein "Wetter von der Stange" verträgt
Der Goldstandard gegen das Mikroklima
Die DWD-Station in Bad Lippspringe liefert hochpräzise Referenzwerte auf freiem Feld in 2 Metern Höhe. Mein NEXUS-Rig steht jedoch direkt am Abfluss des Padersees – bodennah, zwischen Bäumen und direkt am Wasser. Das Ergebnis der letzten zwei Tage zeigt deutlich: Das Mikroklima gewinnt.
Die nackten Zahlen (Vergleich vom 26.02.2026)
| Parameter | NEXUS (Padersee) | DWD (Bad Lippspringe) | Differenz |
|---|---|---|---|
| Temperatur | 9,79 °C | 11,5 °C | -1,71 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 83,9 % | 74,0 % | +9,9 % |
| Dämpfung (40 kHz) | 1,10 dB/m | 0,85 dB/m | +23 % Fehler |
Rechenpower für die Wissenschaft: Das Geheimnis des DT-Werts
Um diese Genauigkeit zu erreichen, hat der TeensyBat am See gewaltige Datenmengen aufgenommen. Alleine die Auswertung einer einzigen Nacht erfordert massive Rechenleistung.
Ich lasse die Analyse von BatDetect2 mit verschiedenen DT-Werten (Detection Threshold) laufen. Man kann sich den DT-Wert wie einen Türsteher vorstellen:
- DT 0.8: Ein strenger Türsteher. Nur glasklare Rufe kommen durch. Das Ergebnis ist sauber, aber viele leise "Flüsterer" (Sozialrufe) werden ignoriert.
- DT 0.2: Ein sehr toleranter Türsteher. Er lässt fast alles rein. Das bedeutet: Wir finden auch die leisesten Sozialrufe, müssen aber manuell viel mehr "Rauschen" aussortieren.
Obwohl mein Rechner für diese Aufgabe gut gerüstet ist, dauert jeder einzelne Durchlauf mindestens 3 Stunden. Für die aktuelle Validierung mit über 53.000 Detektionen hat das System über 11.000 Sekunden lang ununterbrochen gerechnet, um jedes einzelne Signal mit den NEXUS-Wetterdaten zu verheiraten.
Ehrlichkeit in der Forschung: Wenn Technik an Grenzen stößt
Zur Validierung gehört auch, Misserfolge klar zu benennen. Während die Akustik und der NEXUS perfekt lieferten, hat die Topdon TS004 Wärmebildkamera in diesem Test keine brauchbaren Aufnahmen geliefert.
Der Grund: Die Fledermäuse waren zu nah. Die massiven Amplitudenausschläge in den Spektrogrammen belegen, dass die Tiere teils weniger als 5 Meter am Mikrofon vorbeischossen. Auf diese kurze Distanz waren sie schlicht zu schnell für den Fokus und das Sichtfeld der Kamera. Ein "leeres" Wärmebild bei gleichzeitigem Pegelausschlag ist hier also der Beweis für extreme Nähe!


Kommentare
Kommentar veröffentlichen