Wenn Schall gegen Wände läuft ....
Wenn Schall gegen Wände läuft – Die Validierung des NEXUS
Wer Fledermäuse erforscht, kämpft oft mit einem unsichtbaren Gegner: der Luft. Schall ist im Ultraschallbereich extrem flüchtig. In den letzten Tagen habe ich mein selbstentwickeltes Umweltdatenerfassungssystem NEXUS einer harten Validierung unterzogen. Das Ziel: Die präzise Berechnung der atmosphärischen Schalldämpfung nach ISO 9613-1.
Der Fehler im System (Warum Präzision alles ist)
Als Maschinenschlosser bin ich Millimeterarbeit gewöhnt. In der Softwareentwicklung schleicht sich jedoch schnell ein kleiner Fehler ein, der große Wellen schlägt. In meiner ersten Version des NEXUS-Sketches gab es eine Ungenauigkeit bei der Berechnung der molaren Luftfeuchtigkeit (h). Dank der Validierungsphase läuft der Code nun aber perfekt – auf die vierte Nachkommastelle genau.
Die Realität am Padersee: Zwei Nächte im Vergleich
Spannend wird es, wenn man zwei aufeinanderfolgende Abende vergleicht. Man könnte meinen, 1°C Unterschied macht nicht viel aus – doch die Physik der Luft sieht das anders. Hier sind die gemittelten Daten aus dem Zeitfenster ab 17:55 Uhr:
| Messwert (Mittelwert) | Gestern (25.02.) | Heute (26.02.) |
|---|---|---|
| Temperatur | 10,4 °C | 9,6 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 78,2 % | 85,3 % |
| Dämpfung 40 kHz (α) | 1,10 dB/m | 1,10 dB/m |
Fazit: Vom Schätzeisen zum Messinstrument
Nach zwei Tagen intensiver Validierung, Code-Korrekturen und nächtlichen Messungen am Padersee steht fest: Der NEXUS liefert nun wissenschaftlich belastbare Daten. Für meine künftige Forschung bedeutet das: Ich kann die wahre Lautstärke der Rufe rekonstruieren, egal wie das Wetter spielt.
Wissenschaft lebt von Fehlern, die man findet und korrigiert. Die Validierungsphase geht weiter – aber das Fundament steht!



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