Das Drei-Ebenen-Modell
Methoden-Steckbrief: Das NEXUS-Drei-Ebenen-Modell
Projekt: NEXUS (Legacy-Validierung 2026)
Methodik: Nicht-invasives, probabilistisches Monitoring mittels akustischer und thermaler Fusion.
1. Das wissenschaftliche Fundament: Das Gilden-Modell nach Schnitzler
Um die Daten meines NEXUS-Systems richtig zu interpretieren, stütze ich mich auf die bahnbrechenden Arbeiten von Prof. Dr. Hans-Ulrich Schnitzler (Universität Tübingen). Er erkannte, dass man Fledermäuse nach ihrem „Arbeitsplatz“ – dem Habitat – einteilen muss (akustische Gilden).
- Gilde 1: Open Space (Freier Luftraum): Lange, laute Rufe. Fokus auf DT 0.8-Lauf.
- Gilde 2: Edge Space (Strukturen/Waldränder): Variable Rufe. Fokus auf DT 0.5-Lauf.
- Gilde 3: Narrow Space (Dichte Vegetation/Clutter): Leise „Flüster-Rufe“. Fokus auf DT 0.2-Lauf.
2. Die technische Umsetzung: Die NEXUS-Pipeline
Der NEXUS-Ansatz kombiniert Biologie mit physikalischer Messpräzision in drei Ebenen:
- Ebene (Sensor): Akustik via TeensyBat & BatDetect2.
- Ebene (Raum): Dynamische Gewichtung durch Habitat-Matrizen.
- Ebene (Biologie): Gilden-Validierung & Verhaltens-Check via Thermal-Traces (Topdon).
Der NEXUS-Habitat-Score
Die Sicherheit einer Artbestimmung wird mathematisch als Habitat-Score berechnet:
(w = Gewichtung, P = Präsenz im DT-Lauf, B = Biologischer Spezialisten-Bonus)
3. Habitat-Typisierung & Gewichtung
| Code | Typus (Habitat) | Gewichtung (0.2/0.5/0.8) |
|---|---|---|
| LOW | Lentic Open-Water (Padersee) | 0 / 45 / 55 |
| RLR | Renatured Lotic Riverine (Lippe) | 10 / 45 / 45 |
| URM | Urban-Riparian Mosaic (Paddelteich) | 20 / 50 / 30 |
| RSP | Rural-Settlement Park (Siedlung) | 40 / 40 / 20 |
| CCF | Closed-Canopy Forest (Wald) | 60 / 35 / 5 |
Die hier präsentierten Ergebnisse sind das Resultat einer probabilistischen Schätzung. Es handelt sich um akustische und thermale Indizienketten, nicht um einen invasiven physischen Fangnachweis (Netzfang). Unser Ziel ist eine maximale Annäherung an die Realität bei minimaler Störung der Tiere.
Literatur-Referenz:
Schnitzler, H.-U., & Kalko, E. K. (2001). Echolocation by Insect-Eating Bats. BioScience.
Schnitzler, H.-U., & Denzinger, A. (2011). Auditory Obstacle Avoidance and Foraging in Bats.
Beispiele:




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