Pro Fledermaus vs. Windkraft



Windkraft und Artenschutz: Warum das Mikroklima über Leben und Tod entscheidet

Wir brauchen die Windkraft als unverzichtbaren Baustein unserer Energiewende – das steht völlig außer Frage. Aber dieser Ausbau darf nicht blind erfolgen und schon gar nicht zulasten von hochkomplexen Säugetieren gehen, die diesen Planeten seit über 50 Millionen Jahren bevölkern.

In der aktuellen Planungspraxis stehen Gutachter oft vor einem massiven methodischen Problem: Bei der akustischen Überwachung von geplanten Anlagen wird meist von statischen Erfassungsradien der Mikrofone ausgegangen. Die physikalische Realität der Hochfrequenz-Akustik zeigt jedoch etwas anderes. Durch kleinste Schwankungen im Mikroklima (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) kann die "akustische Blase" – also der Bereich, in dem ein Ruf überhaupt technisch erfasst werden kann – innerhalb einer einzigen Nacht um mehrere Meter schrumpfen oder wachsen. Schrumpft diese Blase wetterbedingt zusammen, fliegen Fledermäuse unbemerkt am Mikrofon vorbei. Das Gutachten verzeichnet fälschlicherweise "keine Aktivität", die Anlage läuft ohne nötige Abschaltzeiten weiter und es kommt zu fatalen Kollisionen.

Das NEXUS-Projekt setzt genau hier an. Das Ziel ist nicht, bestehende Gutachten oder Planer zu kritisieren. Im Gegenteil: Der NEXUS soll Gutachtern in Zukunft durch die lückenlose Erfassung der atmosphärischen Dynamik die absolute rechtliche und methodische Sicherheit geben, die sie für ihre Arbeit brauchen. Nur wenn wir Ultraschalldaten und kontinuierliche Umweltdaten miteinander synchronisieren, können wir Windenergie rechtssicher ausbauen und gleichzeitig das Überleben dieser faszinierenden Tiere sichern.

Um diese methodische Sicherheit zu garantieren, startet im Frühjahr 2026 die intensive Validierungsphase. In dieser Zeit werde ich das System auf Herz und Nieren prüfen und bis an die Belastungsgrenze treiben, um jeden potenziellen Fehler zu finden – in erster Linie den NEXUS selbst, aber im direkten Zusammenspiel auch den TeensyBat und die KI-Auswertungen über BatDetect2.

Transparenz ist dabei mein oberstes Gebot: Neben detaillierten Fotos der Messaufbauten im Feld, die hier auf dem Blog veröffentlicht werden, lade ich jeden Gutachter, Biologen und Interessierten ausdrücklich ein, die Daten selbst zu überprüfen. Mein NEXUS-Datenarchiv liegt offen im Google Drive.

Folgt gerne diesem Blog für weitere Updates zur Validierungsphase. Für Fragen, kritischen Austausch oder Anregungen stehe ich jederzeit und sehr gerne zur Verfügung!

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