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Sonntag, 21. Dezember 2025

Messbericht: NEXUS Burn-In-Test (Firmware v3.9.2)

 

Die Wetterstation lieferte hervorragende Messdaten

Modell "Tupper-Dose" - das entsprechende Gehäuse ist in Planung


NEXUS Burn-In-Test (Firmware v3.9.2)


Grafische Auswertungen:





Datenanalyse: NEXUS Burn-In-Test (Firmware v3.9.2)

Datengrundlage: CSV-Logfile (16-Sekunden-Intervall)
Sensorik: BME680, AIR530, SparkFun Weather Meter (SN-15901)
Testdauer: 47 h 47 min
Datensätze: 10 753


1. Ziel der Analyse

Dieser Beitrag analysiert die im Burn-In-Test aufgezeichneten Rohdaten des Nexus-Systems. Ziel ist es, die Qualität, Konsistenz und Plausibilität der Messwerte zu bewerten und Rückschlüsse auf die Eignung des Systems für Langzeit- und Citizen-Science-Anwendungen zu ziehen.

Im Fokus stehen:

  • Statistische Kennwerte

  • Zeitliche Verläufe

  • Korrelationen zwischen Wetterparametern

  • GNSS-Stabilität


2. Datengrundlage und Struktur

Die CSV-Datei enthält folgende relevante Spalten:

  • Zeit & Datum

  • GNSS: Satellitenanzahl, HDOP

  • Klima (BME680): Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Gas-Widerstand

  • Wetter (SN-15901): Windmittelwert, Windböen, Windrichtung, Niederschlag

Die Datenerfassung erfolgte lückenlos alle 16 Sekunden, ohne fehlende Zeitstempel oder beschädigte Zeilen.


3. Temperaturanalyse (BME680)

Statistische Kennwerte:

  • Minimum: 5,94 °C

  • Maximum: 14,99 °C

  • Mittelwert: 9,73 °C

Bewertung:

  • Glatter, kontinuierlicher Verlauf ohne Ausreißer

  • Klar erkennbare Nachtabkühlung

  • Keine Sprünge → Hinweis auf stabile Sensorabfrage und ADC-Verarbeitung

Die Temperaturdaten sind physikalisch plausibel und zeigen keine thermischen Artefakte durch Eigenerwärmung.


4. Luftfeuchteanalyse (BME680)

Statistische Kennwerte:

  • Minimum: 63,65 %

  • Maximum: 84,48 %

  • Mittelwert: 78,6 %

Bewertung:

  • Erwarteter inverser Zusammenhang zur Temperatur

  • Hohe Feuchtewerte ohne abrupte Peaks

  • Keine Feuchtesättigung oder Drift

Dies spricht sowohl für eine funktionierende Sensorbelüftung als auch für eine dichte, aber nicht abgeschottete Gehäusekonstruktion.


5. Luftdruckanalyse (BME680)

Kennwerte:

  • Maximum: 1007,98 hPa

  • Minimum: 999,58 hPa

  • Gesamttrend: −6,45 hPa

Interpretation:

  • Kontinuierlicher Druckabfall über fast zwei Tage

  • Sehr gute Korrelation mit zunehmendem Wind und Niederschlag

  • Keine quantisierten Sprünge → hohe Messauflösung

Der Druckverlauf bestätigt die synoptische Wetterlage (durchziehendes Tiefdruckgebiet).


6. Windanalyse (SparkFun SN-15901)

Kennwerte:

  • Maximale Böe: 21,33 m/s ≈ 76,8 km/h (Windstärke 9)

  • Max. Mittelwind: 15,33 m/s

  • Stark variierende Richtungen während der Sturmphase

Bewertung:

  • Anemometer reagiert auch bei schnellen Lastwechseln stabil

  • Böen sind klar von Mittelwert getrennt

  • Keine Totzeiten oder „eingefrorenen“ Werte

Für eine mechanische Low-Cost-Wetterstation ist die Datenqualität bemerkenswert hoch.


7. Niederschlagsanalyse

Gesamtniederschlag: 0,28 mm

Bewertung:

  • Einzelnes, klar identifizierbares Ereignis

  • Keine Mehrfachzählungen oder Prellen

  • Saubere Rückkehr auf 0 mm

Der Kippwaagen-Regenmesser arbeitet zuverlässig, auch bei Starkwind.


8. GNSS-Analyse (AIR530)

Satellitenanzahl:

  • Maximum: 20 Satelliten

  • Stabiler Empfang nach Fix-Phase

HDOP:

  • Hoher Wert zu Beginn (Fix-Phase)

  • Danach stabile Genauigkeit

Bewertung:

  • GNSS wird primär als Zeitreferenz genutzt

  • Empfangsverhalten typisch für freistehende Outdoor-Installation

  • Geeignet für zeitkritische Datensynchronisation


9. Datenintegrität & Systembewertung

Während der gesamten Messreihe:

  • Keine Datenlücken

  • Keine korrupten Datensätze

  • Konsistenter Zeitstempel

  • Keine Reset-Artefakte

Die Datenqualität entspricht eher semiprofessionellen Wetterstationen als einem klassischen DIY-Prototypen.


10. Fazit der Datenanalyse

Die Analyse bestätigt:

  • Sehr hohe Messdatenkonsistenz

  • Physikalisch plausible und korrelierende Umweltparameter

  • Robuste Sensorik unter Starkwind- und Feuchtebedingungen

  • Firmware v3.9.2 ist langzeitstabil und datenfest

Der Nexus ist datenanalytisch bereit für:

  • Langzeit-Monitoring

  • Citizen-Science-Projekte

  • Kombination mit Bioakustik-Aufzeichnungen


Ausblick

In einem nächsten Schritt bieten sich an:

  • Vergleich mit Referenz-Wetterstationen

  • Mehrtägige oder saisonale Auswertungen

  • Korrelation von Wetter- und Fledermausaktivität


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