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| Dies zeigt NICHT mein Projekt NEXUS - künstlerische Darstellung 😉 |
Projekt NEXUS / Entwicklung
Draußen ist es kalt, die Fledermäuse hängen längst im Winterschlaf, und eigentlich wäre jetzt die Zeit für Glühwein. Aber in der Werkstatt gab es heute noch einmal einen entscheidenden Durchbruch.
Ich kann offiziell verkünden: Die Software für den NEXUS ist "Season Ready".
Wir haben heute den Sprung auf Version 3.7 gemacht. Was sich nach einer kleinen Zahl anhört, ist unter der Haube ein gewaltiger Schritt in Richtung professioneller Datenerfassung.
Was ist neu?
Der NEXUS ist jetzt nicht mehr nur ein dummer Datensammler, sondern ein intelligenter Begleiter für meine Monitoring-Runden:
Intelligente Nummerierung: Egal wie oft ich den NEXUS am Tag ein- und ausschalte, er legt für jeden Standort automatisch eine neue Datei an (
-1.csv,-2.csv...). Kein Daten-Chaos mehr in einer einzigen Riesendatei.Synchronisation: Der Schreib-Intervall wurde auf 16 Sekunden gesetzt. Warum? Weil mein Audio-Rekorder (TeensyBat) exakt diesen Rhythmus (30s Aufnahme + Pause) nutzt. Damit lassen sich Wetterdaten und Fledermausrufe später perfekt übereinanderlegen.
Auto-Lock (Daten-Hygiene): Das war mir besonders wichtig. Wenn ich im Modus "MOBIL" unterwegs bin, schaltet der NEXUS die Aufzeichnung von Wind und Regen automatisch auf "Stumm" (0.0). Damit verhindere ich, dass mein eigener Fahrtwind beim Laufen die Messergebnisse verfälscht.
Echte Millimeter: Endlich stehen im Log keine abstrakten "Ticks" mehr, sondern fertig berechnete Liter pro m².
Ein erfolgreicher Gartentest heute Nachmittag hat bestätigt: Das System läuft stabil, das GPS fixt schnell, und mein Python-Auswerteskript am PC verarbeitet die neuen Daten vollautomatisch.
Warum keine Platine? (Die "Burn-In"-Strategie)
Ich werde oft gefragt: "Jochen, warum machst du jetzt kein schickes PCB (Gedruckte Platine), wo doch alles funktioniert?"
Die Antwort ist einfach: Ich traue dem Laborfrieden nicht. 😉
Ich habe mich bewusst entschieden, die komplette Saison 2026 mit dem Prototypen (dem handverdrahteten Aufbau) zu bestreiten. In der Industrie nennt man das einen "Burn-In Test" oder Feldtest. Kein CAD-Programm der Welt kann simulieren, wie sich das Gerät verhält, wenn man es nachts um 3 Uhr bei Nieselregen mit klammen Fingern bedienen muss.
Ist der USB-Port an der richtigen Stelle?
Hält das Gehäuse der Luftfeuchtigkeit stand?
Muss der Drehregler vielleicht doch woanders hin?
Erst wenn der NEXUS eine ganze Saison "überlebt" hat und ich mich über nichts mehr ärgere, wird das Design in Kupfer geätzt. Bis dahin nutze ich die Wintertage, um mich entspannt in KiCad einzuarbeiten – ganz ohne Druck, direkt das perfekte Layout liefern zu müssen.
📅 Die Timeline bis zum ersten Ruf
Wie geht es jetzt weiter? Hier ist der Fahrplan:
Dezember/Januar: Einarbeitung in KiCad (Schaltpläne zeichnen, Bauteile verstehen).
Februar/März: Akku-Pflege und Vorbereitung der Python-Visualisierungstools.
April 2026: Start des "Burn-In-Tests". Der NEXUS geht in den echten Einsatz, sobald die ersten Abendsegler und Zwergfledermäuse erwachen.
Winter 2026: Auswertung der Hardware-Erfahrungen und Design der finalen Platine (PCB).
Für dieses Jahr schließt sich die Werkstatt-Tür. Der NEXUS kommt ins Regal, die Akkus sind auf Lagerspannung, und ich wünsche euch allen eine ruhige Zeit – genau wie den Fledermäusen.

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